Skip to main content

Südafrika ist seit Jahren ein wichtiger Exporteur von land- und forstwirtschaftlichen Produkten nach Europa. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner für so genannte Cash Crops wie Obst und Nüsse, aber auch für Getreide, Fleisch und verarbeitete Produkte wie Wein, Bioethanol und Cellulose. Etwa 10% des Landes werden derzeit für die landwirtschaftliche Produktion genutzt. Die Produktionsbedingungen in Südafrika sind jedoch alles andere als optimal, da 91% der Landfläche des Landes als Trockenland eingestuft werden. Südafrika ist ein wasserarmes Land, das aufgrund von biophysikalischen und sozioökonomischen Problemen wie Armut, mangelndem sozialen Zusammenhalt und einer wachsenden Bevölkerung und der damit verbundenen Nachfrage nach Land vor großen Herausforderungen steht. Der jüngste südafrikanische Umweltbericht listet vier zentrale Herausforderungen auf: Wasser, Klimawandel, Verletzlichkeit des Menschen und Verlust der biologischen Vielfalt und der Ökosystemfunktionen. Klimaschwankungen sind besonders relevant, da rund 30% der südafrikanischen Bevölkerung keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln haben.

Da der südafrikanische Agrarsektor nicht durch staatliche Subventionen unterstützt wird und daher stark von Exporten auf den Weltmarkt abhängig ist, müssen Produktion und Qualität gesteigert werden. Diese wirtschaftlichen Notwendigkeiten bedeuten auch einen proportionalen Anstieg des Wasser- und Energieverbrauchs. Während die Betriebskosten für die Bewässerung zwischen 2004 und 2013 um 60% gestiegen sind, war ein großer Teil der Betriebskosten auf einen Anstieg der Energiekosten zurückzuführen. Da die Weltmarktpreise für Agrarerzeugnisse nicht im gleichen Maße wie die Energiekosten in Südafrika steigen, stehen die Landwirte unter erhöhtem wirtschaftlichen Druck. Es sind Maßnahmen erforderlich, um die bestehenden landwirtschaftlichen Flächen produktiver und nachhaltiger zu gestalten, so dass zur Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Produktion und Ernährungssicherheit keine weitere Umwandlung der natürlichen Ökosysteme erforderlich ist. Die konsequente Umsetzung einer wassersparenden Landwirtschaft ist notwendig, um sich an die prognostizierten Niederschlagsrückgänge von etwa 20% anzupassen.

Das Westkap wurde aus drei Gründen als Zielregion ausgewählt: (i) Nach den derzeitigen Klimaszenarien wird die Region in Zukunft besonders von rückläufigen Niederschlägen und zunehmenden Dürren betroffen sein. Darüber hinaus weist sie alarmierende Bodenerosionsraten auf und ist daher eine Region von höchster Priorität für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. (ii) Das Westkap wird oft als "Brotkorb Südafrikas" bezeichnet, weil es ein Zentrum für den Weizenanbau in der Winterregenregion Südafrikas ist und somit eine hohe nationale Bedeutung für die Ernährungssicherheit in Südafrika hat. (iii) Das Westkap ist auch ein wichtiger Erzeuger von Obst und Wein für den deutschen Exportmarkt. Daraus ergibt sich eine gewisse Verantwortung für Deutschland, die Region bei der Umstrukturierung der Landwirtschaft auf einem nachhaltigen Weg zu unterstützen. Die Ergebnisse eines gemeinsamen deutsch-südafrikanischen Forschungsprojektes zur Nachhaltigkeit ist in dieser Hinsicht beispielgebend.